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SARS-CoV-2-Positivitätsrate in britischen Kliniken steigt auf 4,2 Prozent

Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA stieg die SARS-CoV-2-PCR-Positivitätsrate in Krankenhäusern in Kalenderwoche 36 auf 4,2 Prozent. Der Bericht bezieht sich auf England und umfasst Daten vom 31. August bis 6. September 2026.

SARS-CoV-2-Positivitätsrate in britischen Kliniken steigt auf 4,2 Prozent

Parallel wurden die Testkapazitäten für Sentinel-Abstriche auf weitere Referenzlabore ausgeweitet, die Atemwegserreger künftig per Multiplex-Verfahren untersuchen.

Ein Messwert, kein Belastungsindikator

Die Positivitätsrate beschreibt den Anteil der untersuchten PCR-Proben mit SARS-CoV-2-Nachweis. Der Wert von 4,2 Prozent ist deshalb zunächst ein Ergebnis der Laborsurveillance. Aus dieser Kennzahl allein lassen sich weder die Zahl der Infektionen in der Gesamtbevölkerung noch die Schwere der Krankheitsverläufe oder eine konkrete Auslastung der Krankenhäuser ableiten.

Für die Interpretation sind der Erhebungszeitraum, die Zahl der untersuchten Proben und die Zusammensetzung der getesteten Population relevant. Diese Angaben enthält das vorliegende Faktenpaket nicht. Eine direkte Übertragung des britischen Werts auf Österreich wäre daher methodisch nicht zulässig. Dafür müssten lokale Daten mit vergleichbarem Testregime, vergleichbarer Zielpopulation und eindeutig definiertem Zeitraum vorliegen.

Auch ein einzelner Wochenwert quantifiziert lediglich die Situation innerhalb des jeweiligen Überwachungssystems. Erst die Entwicklung über mehrere Zeitpunkte kann zeigen, ob sich eine Veränderung stabil fortsetzt oder ob es sich um eine kurzfristige Schwankung handelt.

Multiplex-Testung erweitert die Datenbasis

Die UKHSA meldet zugleich eine Ausweitung der Testkapazitäten für Sentinel-Abstriche auf weitere Referenzlabore. Diese Labore sollen Multiplex-Tests für Atemwegserreger einsetzen. Dabei werden mehrere Erreger in einem Untersuchungsansatz erfasst. Für die Surveillance entsteht damit eine breitere Datengrundlage, weil SARS-CoV-2 nicht isoliert, sondern im Rahmen einer kombinierten Untersuchung mit weiteren respiratorischen Erregern analysiert werden kann.

Die Erweiterung der Laborkapazitäten ist bei der Bewertung der Positivitätsrate ein relevanter methodischer Faktor. Verändert sich das Netzwerk der teilnehmenden Labore oder das Testprofil, kann sich auch die Vergleichbarkeit mit früheren Messwerten verändern. Der veröffentlichte Anstieg auf 4,2 Prozent sollte deshalb zusammen mit der Beschreibung des Überwachungssystems gelesen werden, nicht als unabhängiger Einzelwert.

Der Bericht ordnet die COVID-19-Aktivität in England als zunehmend, aber auf einem Basisniveau zirkulierend ein. Außerdem nahmen die Vorstellungen in Notaufnahmen wegen COVID-19-ähnlicher Erkrankungen zu. Diese Angaben stammen aus demselben Überwachungsbericht, stellen jedoch andere Indikatoren dar und sind nicht mit der PCR-Positivitätsrate gleichzusetzen.

Was für Österreich überprüfbar bleibt

Für die österreichische Diagnostik sind vor allem drei Punkte entscheidend: Erstens muss geprüft werden, ob nationale PCR-Surveillance-Daten für denselben Zeitraum verfügbar sind. Zweitens ist die Definition des Nennerkollektivs zu berücksichtigen, also welche Proben in die jeweilige Positivitätsrate eingehen. Drittens sollte die Entwicklung über mehrere Kalenderwochen verfolgt werden, bevor aus einem einzelnen Wert ein Trend abgeleitet wird.

Für Labore und Einrichtungen mit Sentinel-Funktion gewinnt zudem die Vergleichbarkeit der Testverfahren an Bedeutung. Werden mehrere Atemwegserreger in einem Multiplex-Ansatz untersucht, müssen Auswertung und Berichterstattung klar zwischen den einzelnen Nachweisen unterscheiden. Ein kombinierter Testansatz erweitert die diagnostische Erfassung, ersetzt aber nicht die getrennte Quantifizierung der jeweiligen Erreger.

Der britische Bericht liefert damit einen aktuellen Surveillance-Wert und dokumentiert zugleich eine Anpassung der Laborinfrastruktur. Für eine belastbare Bewertung der Lage in Österreich sind jedoch lokale Messreihen und die dazugehörigen methodischen Angaben maßgeblich.