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Antigen- & Schnelltests

Warum Labordiagnostik für die Patientenversorgung unverzichtbar bleibt

Eine neue US-Umfrage im Auftrag von Quest Diagnostics macht deutlich, wie sehr Patientinnen und Patienten auf Labordiagnostik vertrauen – und wie groß die Sorge ist, dass politische Sparmaßnahmen diesen Zugang gefährden könnten.

Warum Labordiagnostik für die Patientenversorgung unverzichtbar bleibt

Was Labortests den Menschen wirklich bedeuten

Von 1.024 befragten Wahlberechtigten halten 75 Prozent Laboruntersuchungen für „sehr wichtig" für ihre Versorgung, 96 Prozent immerhin für wichtig. Für unsere diagnostische Community hierzulande ist das mehr als eine ferne Statistik: PCR- und Antigentests, also genau die Werkzeuge, mit denen wir Infektionen wie COVID-19 sichtbar machen, spielen in der Alltagsrealität vieler Menschen eine enorme Rolle – oft ohne dass es uns bewusst ist.

Vertrauen durch konkrete Erfahrung

Die Zahlen erzählen eine Geschichte, die viele von uns aus der Praxis kennen: 83 Prozent der Befragten haben in den vergangenen zwei Jahren einen Labortest genutzt, um einer Ärztin oder einem Arzt bei einer Entscheidung zu helfen. Das ist die stille Macht der Diagnostik: Sie steht selten im Rampenlicht, aber ohne sie bleiben viele Erkrankungen unsichtbar. Besonders deutlich wird das bei Infektionen, wo ein zuverlässiger molekularbiologischer Nachweis den Unterschied macht zwischen gezielter Behandlung und bloßem Raten. Wenn Labortests fehlen oder schwerer zugänglich werden, trifft es genau die Menschen, die sie am dringendsten brauchen – Seniorinnen und Senioren, Menschen auf dem Land und chronisch Erkrankte.

Was wir daraus mitnehmen

Der konkrete Auslöser der Umfrage ist ein US-Gesetz aus dem Jahr 2014, das Protecting Access to Medicare Act (PAMA), das eigentlich faire Marktpreise für Labordienstleistungen schaffen sollte, in der Praxis aber zu deutlich gekürzten Vergütungen führte. Ohne politisches Gegensteuern drohen laut Quest Diagnostics ab Januar 2027 erneute Kürzungen von bis zu 15 Prozent pro Jahr. Im US-Kongress wird deshalb parteiübergreifend der sogenannte RESULTS Act unterstützt – ein Anliegen, das laut Umfrage rund 75 Prozent der Republikaner, Demokraten und Unabhängigen teilen. Dr. Lee H. Hilborne, Senior National Medical Director bei Quest Diagnostics und Pathologe an der UCLA, hebt in diesem Kontext hervor, dass Labordiagnostik für viele gefährliche Erkrankungen oft das einzige Werkzeug sei, um Risiken in frühen, noch beeinflussbaren Stadien zu erkennen.

Auch wenn diese Debatte in den USA spielt, gibt sie uns eine nützliche Brille mit: Labordiagnostik ist kein Luxusposten, sondern Teil der Grundversorgung. Wer bei uns mit Krankenkassen, Behörden oder Trägern über Tests, Abrechnung oder Zugang spricht, kann sich auf die Erfahrung berufen, dass Patientinnen und Patienten diese Leistungen aktiv erwarten. Es lohnt sich, die eigene Praxis daraufhin zu prüfen: Welche PCR- oder Antigentests stehen wirklich zur Verfügung, wie schnell kommen Ergebnisse, und wo entstehen Lücken, wenn budgetiert wird? Wer hier wachsam bleibt, kann dazu beitragen, dass gute Diagnostik nicht zur Verhandlungsmasse wird.